Jahresendzeit-Klischee-Blogeintrag

Wer dieses ganzen Gute-Vorsätze-Quatsch nicht lesen mag, der möge nun oben auf dieses putzige, kleine [x] klicken und sich wieder seinem eigenen Leben zuwenden. Es ist ja sowieso in erster Linie ein Tritt in den eigenen Allerwertesten, an den ich sonst so schlecht drankomme.

2015 wird mein letztes komplettes Jahr als „Twen“ (junger Erwachsener zwischen 20 und 29, Anm. d. Red.) sein, da kann man ruhig noch mal durchstarten. Oder zumindest anfangs noch mal die Klappe ganz weit aufreißen.

Weniger Kilos

Das größte aller Klischees, ich muss es bedienen. Die zahlreichen Kneipenbesuche im legendären und oft besungenen Winterhalbjahr 2013/14 haben ihre Spuren hinterlassen. Hinzu kam die Eröffnung des Büro-Bäckers, dessen recht schmackhafte Backerzeugnisse der kalorienarmen Ernährung nicht gerade dienlich waren.

Über die Hälfte ist schon wieder runter, mal schauen, wo es über kurz oder lang noch hingehen wird. Die größte Herausforderung dabei: Das ein oder andere Wochenendbierchen im Ernährungsplan unterbekommen. Ganz wichtig.

Mehr Konzerte

Das erste Festivalticket liegt bereits neben mir, 2-3 weitere habe ich auch schon ins Auge gefasst. Vorausgesetzt, es lässt sich dieses grässliche Zelten irgendwie umgehen. Ich mache jeden Quatsch mit, aber nach so einem Tag brauche ich einfach ein weiches Bett und eine warme, saubere Dusche.

Hinzu kommen natürlich einige Einzelacts. Von denen hier weiß ich jetzt schon, dass ich sie dieses Jahr auf jeden Fall wenigstens einmal live sehen möchte: Against Me!, Farin Urlaub Racing Team, Monsters Of Liedermaching, Lagwagon und (wenn es der Kontostand zulässt) Social Distortion.

Weniger meckern

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich will auf meine alten Tage tatsächlich versuchen, etwas entspannter zu werden (sorry, Salid). Dafür muss ich aber Dinge aus dem Weg schaffen, die mich aufregen. In erster Linie bedeutet das für mich, dass ich etwas mehr Ordnung in mein Berufsleben kriegen muss. Und genau das wird ein echtes Stück Arbeit. Ich lasse mich davon überraschen, wie der Lösungsweg hier aussehen kann.

Mehr menschliche Nähe

Also, ich habe da ja jetzt diese neue Matratze, die eingeweiht werden muss… ok, Scherz beiseite. Moment. War es ein Scherz? Da bin ich mir selber gerade nicht so sicher. Tatsache ist, dass 2014 recht ereignislos war, was die liebe Liebe anbelangt.

Bleibt die Frage, inwieweit man sich so ein Schicksalsding überhaupt zum Vorsatz machen kann. Nein, ich werde nicht mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen und mir ein Männchen erlegen. Auch wenn das ein schönes Kopfkino ist. Aber vielleicht bin ich wirklich mal ein bisschen weniger feige und ein bisschen weniger abweisend und ganz vielleicht trete ich dann damit nicht nur mir, sondern auch dem Schicksal in den Arsch.

ralph-wave-2014

Der imaginäre Freund.

Weihnachtszeit. Wir feiern Christi Geburt. Ok, sicherlich nicht wir alle, aber ein paar Leute gibt es wohl noch, die zumindest eine Ahnung davon haben, was da vor 2000 Jahren in Bethlehem angeblich passiert sein soll. Maria und Josef, die Sache mit der Herberge, ein Engel, irgendwas mit Hirten und drei Weise aus dem Morgenland mit unnützen Präsenten. Bis auf das Gold natürlich.

Ich muss da mal ein Geständnis machen: Ich bin Christ. Evangelisch getauft, konfirmiert und danach sogar noch gut 10 Jahre in der Kirche bzw. einem christlichen Verein aktiv gewesen. Inklusive Freizeiten, Jugendgruppen, Gottesdiensten und das alles auch als Mitarbeiter. Und trotzdem war ich in den letzten Jahren in keiner Kirche mehr und habe mich auch gestern wieder bewusst dagegen entschieden.

Es ist nicht die Sache mit dem unsichtbaren, höheren Wesen, die mich damals aus der Spur gebracht hat. Ich bin ein rational denkender Mensch und finde dennoch die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod und den Gedanken an etwas Größeres als den Menschen und seine mickrige Erde durchaus ganz nett. Aber ich habe von Anfang an ein Problem damit gehabt, dass Gläubige so gerne darauf verzichten, selbstständig zu denken, lieber Tatsachen verleugnen und Andersdenkende diskriminieren.

Wie kann man bitte schön an der Evolutionstheorie zweifeln? Wie kann man die Liebe zwischen Mann und Mann / Frau und Frau krank finden? Wie kann man behaupten, dass die Bibel Wort für Wort stimmt und das alles darin auch heute noch ganz genau so aktuell und angemessen ist?

Auch ein Atheist wird zugeben müssen, dass einige Grundideen an sich schon Sinn machen: Du sollst nicht töten / ehebrechen / stehlen, die Nächstenliebesache oder generell der ganze Tenor, dass man ruhig ein guter Mensch sein sollte. Aber dann diese Überheblichkeit dabei. Ich will einfach niemanden bekehren. Ich muss nicht für die verlorene Seele des unbescholtenen aber ungläubigen Freundes beten, wenn mein Nebenmann in der Kirchenbank nach der Arbeit noch die verheiratete Nachbarin vögelt, dem aber vor dem jüngsten Gericht eh vergeben wird, weil er ja schließlich Christ ist. Blödsinn.

Mich stört kein Kreuz an der Wand irgendeines Klassenzimmers. Mich stört es nicht, wenn die muslimische Kollegin beim Grillen ihre Extrawurst braucht oder wenn der Atheist über all das nur den Kopf schüttelt. Leben und leben lassen. Aber wenn einem die Kirche mit ihren Verboten und antiquierten Ansichten an 364 Tagen im Jahr gegen den Strich geht, sollte man nicht am 365. Tag reumütig im Weihnachtsgottesdienst hocken.

Advent, Advent, die Anna brennt.

Der größte Hohn
an der Religion?

Die kalendarische Lage
der Brückentage.

Hätte Jesus da nicht ein bisschen mehr zwischen den einzelnen Stationen trödeln können? Im Frühjahr wird innerhalb von zwei Monaten ratzfatz alles abgefeiert, was die Kirche an Ausreden für exzessives Glockengeläut zu bieten hat:

Karfreitag: Always look on the bright side of life.
Ostermontag: All hail to the Karnickel.
Tag der Arbeit: Alles außer arbeiten.
Christi Himmelfahrt: Vatertag für Besserwisser.
Pfingstmontag: Hauptsache ein Montag weniger.
Fronleichnam: Weiß man nicht.

Ich bin stark für die Einführung von 2-3 weiteren Feiertagen inklusive Brückentagen im September und Oktober. Möglichst flexibel, damit man die je nach Wetterlage nehmen kann. Dabei wäre mir auch vollkommen latte, was wir zu feiern gedeken. Den Tag des Mähdreschers vielleicht, um den Beginn der Heuernte einzuläuten. Oder Zugvogeldonnerstag. Das Fest des heiligen Kastanienmännchens. Bei Allerheiligen hat die Willkür ja auch einen ganz guten Job gemacht.