Oh…

„Oh…“, sagte sie. Meine Therapeutin. Bei der ich sitze, weil sich mein Kopf immer das allerfurchtbarste ausmalt bei der Frage, was mein Gegenüber gerade über mich denkt. „Oh…“.  Ich sagte ihr, dass mein Kopf das immer tut und sie sagt „Oh…“. Und mein Kopf übersetzt es mit „Du lieber Himmel, das arme Mädchen, das ist nichts mehr zu machen“. Das ist natürlich Blödsinn, aber mein Kopf ist da sehr stur in seinen Ansichten.

Ich riss zum Therapiebeginn die Klappe sehr weit auf. Vier Wochen später war der Spuk dann aber auch schon wieder vorbei. Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig. Aber ich kann nicht 50 Minuten lang zwischen Büchern, Salzkristallen und Traumfängern sitzen und im kleinsten Detail ausleuchten, wieso ich am St. Nimmerleinstag lieber alleine Mittagessen wollte statt mit den Kollegen. Um dann am Ende zu hören, dass ich mich da nicht so abkapseln soll. Nee, so nicht. Ich habe keine Angst vor Menschen, ich weiß ganz genau, wie ich mich da anschließlich könnte. Ich will nur manchmal einfach lieber alleine sein.

Tja nun, vielleicht halte ich das nächste Mal einfach die Finger still, denn einen neuen Versuch wird es irgendwann geben. Und dann behalte ich es möglicherweise erst einmal für mich, bis es das erste Mal „Klick“ gemacht hat. Oder „Peng“. But there’s one sound that no one knows: What does the brain say? „Ring-ding-ding-ding-dingeringeding…“ Oder so ähnlich. Manchmal klingt es ja tatsächlich so.

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Denkt an die Elektrolyte!

Me­xi­ka­ner, der (Substantiv, maskulin): Einwohnerbezeichnung zu Mexiko… Moment, falsch. Unser Mexikaner kommt ursprünglich aus Hamburg und ist ein feurig-pfeffriges Schnäpschen auf Tomatenbasis. In Bielefeld ein absolutes Muss, wenn man sich mal in den Heimat+Hafen oder ins Plan B verläuft. Protipp: Niemals im Gegenüber trinken, die brauen den aus dem Zeug, das ihr Hipsterklientel zuvor aus dem Kugellager ihrer Longboards puhlte.

Es gibt im Internet unzählige Rezepte und fast genauso viele Varianten: Ob mit Korn, Vodka oder Tequila, mit oder ohne O-Saft, ob auf Basis von passierten Tomaten oder doch nur mit Tomatensaft. Ich habe einige Zeit in die Recherche investiert, bis ich ein Rezept fand, das in etwa so klang, wie mein geliebter Elektrolytelieferant in den beiden Stammkneipen schmeckt. Abgeschmeckt und leicht abgewandelt wurde er am Wochenende unter Kenner verköstigt und mit deren Feedback kam nun das als vorläufiger Favorit dabei heraus:

Annas Mexikaner 1.0

0,7 l Korn
1,3 l Tomatensaft
1,0 l passierte Tomaten
1 Flasche Sangrita Pikant
35 ml Tabasco
1 / 3 Tube Tomatenmark

3 EL Zucker
70 ml Zitronensaft
2 – 3 EL Salz
3 – 4 EL Pfeffer (grob gemahlen)

Die Zubereitung ist denkbar einfach:  Alles in eine große (Salat-)Schüssel geben und gut verrühren. Danach muss die Mischung unbedingt über Nacht kalt stehen, bevor sie abgeschmeckt werden kann. Klingt komisch, aber ohne durchgezogen zu sein, schmeckt man nur Korn und Tabasco heraus. Und probiert ruhig aus einem Pinnchen und nicht vom Löffel, die Schärfe kommt so ganz anders durch und man kann die Konsistenz besser abschätzen.

Mexikaner DeluxeBielefelder Mexikaner ist übrigens deutlich dickflüssiger als das Originalgesöff aus Hamburg und wer es ganz dekadent mag, serviert ihn als Mexikaner Deluxe mit Nacho und 1-2 Scheiben Jalapeño on top.